U3-Betreuung

Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren stellt an uns Erzieherinnen ganz neue Herausforderungen. Um die Rahmenbedingungen für Kinder dieser Altersstufe erfüllen zu können,  haben wir uns mit Themen aus der Entwicklungspsychologie von 0 bis 3 Jahren, der Bedeutung von Bildung, Betreuung und Erziehung für Kinder dieser Altersgruppe und Eckpunkte der Raumgestaltung auseinandergesetzt. Diese Inhalte waren Schwerpunkte unserer Teamfortbildung im Jahr 2011 und 2017.

Aus den daraus resultierenden Erkenntnissen haben wir uns für die Kinder dieser Altersgruppe für die Gruppenform 1 entschieden. Hierfür wurde die Gruppenräume der Schmetterlingsgruppe, Käfergruppe und Kükengruppe (Pavillion) umgestaltet und ein eigener Schlaf- und Wickelraum eingerichtet. Eine aufgelockerte Raumgestaltung bietet den Kindern die Möglichkeit zur freien Bewegungsentwicklung.

 

Altersentsprechendes Spielmaterial finden die Kleinen in einer, für sie eingerichteten Spielecke. Diese Materialien werden den Bedürfnissen der Kinder entsprechend bereitgestellt und ausgetauscht. In den Nebenräumen gibt es Rückzugsmöglichkeiten in den Kuschelecken, die den Kindern individuelle Ruhephasen ermöglichen.

Diese Gruppen werden jeweils von 3 Erzieherinnen betreut. Die Kinder benötigen zunächst Zeit, um eine vertrauensvolle Beziehung zu einer Bezugs- Erzieherin aufzubauen.  Sie erfahren Anerkennung und Bestätigung und können so Selbstvertrauen in das eigene Tun entwickeln.

Ein Schwerpunkt der pädagogischen Angebote ist die Sprachförderung, wobei viele Bilderbücher in Kleingruppen und Einzelsituationen angeschaut werden.

Der strukturierte Tagesablauf gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit. Hierzu gehört das tägliche Frühstück am Esstisch im Gruppenraum, die freie Spielphase, der Sing- und Spielkreis, die Kleingruppenarbeit, das Spielen auf dem Spielplatz,  das Wickeln oder der begleitete Toilettengang, mit entsprechender Körperpflege, das gemeinsame Mittagessen im Essbereich der Gruppe und die daran anschließende Schlafphase.

In Begleitung, der vertrauten Bezugs- Erzieherin können sie dann alle Spielmöglichkeiten im offenen Spielbereich und Außenbereich entdecken und nach ihren Bedürfnissen nutzen.

Eingewöhnungsphase

Der Schritt von der Familie in den Kindergarten ist für Eltern und Kinder ein Prozess der eine persönliche Begleitung erfordert. Der Übergang zur Betreuung in den Kindergarten ist für viele die erstmalige mehrstündige Trennung voneinander. Daher ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zur Erzieherin des Kindes aufzubauen und sich gegenseitig gut kennen zu lernen. Die jüngsten Kinder können ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten noch nicht verbal mitteilen, so ist der tägliche Austausch über das Wohlbefinden des Kindes sehr wichtig.

Damit eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft gelingt, nehmen wir uns Zeit für die Eingewöhnung der Kinder  und gestalten sie nach dem Berliner Modell.

(Entwickelt von Hajo Laewen und Beate Andres):

  1. Kennenlernphase: intensives Elterngespräch

Die Eltern und die Bezugs- Erzieherin tauschen sich über die bisherige Entwicklung des Kindes und seine Bedürfnisse und Gewohnheiten aus. Dieser Kontakt kann im Elternhaus oder Kindergarten stattfinden.

  1. Grundphase: Eltern als sichere Basis für das Kind

Die Eltern besuchen mit dem Kind zu abgesprochenen Terminen den Kindergarten, sie hospitieren. In dieser Zeit lernen Eltern den Tagesablauf des Kindergartens kennen und geben den Kindern Sicherheit, sich auf die vielen neuen Prozesse ein zu lassen.

  1. Zeitliche Begrenzung des Aufenthaltes im Tagesablauf

Zeigt das Kind in dieser Phase Verunsicherung, fühlt es sich von den vielen     neuen Eindrücken überfordert, sollte der Aufenthalt im Kindergarten zeitlich eingeschränkt werden.

  1. Nachdem das Kind einen guten Kontakt zu „seiner Erzieherin“ aufgebaut hat, übernimmt diese die Begleitung des Kindes.  Die Eltern sind noch in der Nähe, um dem Kind Sicherheit zu signalisieren.
  1. Stabilisierungsphase: schrittweise Übernahme der Verantwortung durch die Bezugs-  Erzieherin

Fühlt sich das Kind in dieser Situation wohl und lässt sich von der Erzieherin trösten, können sich die Eltern räumlich von dem Kind trennen.

Sie können z.B. im Wintergarten eine Tasche für das Kind anmalen oder sich mit anderen Eltern austauschen. Diese räumliche Trennung stärkt das Vertrauen der Kinder und der Eltern, denn sie können miterleben, wie das Kind Sicherheit in seinem neuen Umfeld bekommt.

  1. Schlussphase: zeitlich ausgedehnte Trennung von Eltern und Kind

Die Eltern begleiten das Kind zur Bezugs- Erzieherin, sprechen einen Zeitraum ab, den das Kind allein im Kindergarten bleibt und verabschieden sich. Diese Absprachen müssen verlässlich sein, damit das Vertrauen des Kindes nicht enttäuscht wird.

  1. Reflexion: Elterngespräch

Der Zeitraum der Eingewöhnungsphase ist unterschiedlich. Jedes Kind erhält so die Möglichkeit, sich im eigenen Tempo an die Erzieherin und die neue Umgebung zu gewöhnen.

Zusätzliche Informationen