Waldgruppe

Die Kinder haben zum "Kindsein" im wahrsten Sinne des Wortes: Raum, sich frei zu bewegen. Der natürliche Bewegungsdrang der Kinder kann ungehindert ausgelebt werden.

Die erholsame Umgebung des Waldes stärkt die körperlich-seelische Gesundheit. Der mehrstündige, tägliche Aufenthalt an der frischen Luft bedeutet auch weniger Infektionskrankheiten, die gewöhnlich in geschlossenen, warmen Räumen übertragen werden. In Lebensfreude Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, stärkt aus medizinischer Sicht das Immunsystem.

Die Zunahme an Kraft und Ausdauer, an Sicherheit und Selbstvertrauen der KInder beim freien Spielen zeigt sich ganz deutlich, wenn sie z.B. auf Bäume klettern, an Ästen hangeln oder auf umgestürzten Bäumen balancieren.

Beim freien Spiel ohne Spielsachen wird die Phantasie der Kinder gefordert, sie äußern ihre Wünsche und Bedürfnisse, erkennen die der anderen Spielteilnehmer und respektieren sie. Sie lernen sich zu einigen, damit das Spiel beginnen kann und Spaß macht.

In einem nicht reizüberfluteten Außenbereich wie dem Wald können innere Kräfte besser wahrgenommen und erprobt werden. Dabei lässt die geringe räumliche Einschränkung auch innere Grenzen besser erleben und ausdrücken. Das Spiel in freier Natur lässt die Kinder selbst ihre Grenzen und Entwicklungsfortschritte deutlicher erfahren.

Es gibt keine hohen Lärmpegel wie in geschlossenen Räumen. Die Kinder erleben Stille. Stille ist in heutiger Zeit ungewohnt. Sie ist von unschätzbarem Wert, z.B. für die allgemeine Differenzierung des Wahrnehmungsvermögens, das Finden von Stabilität durch innere Ruhe und die Konzentrationsfähigkeit. Gerade der Wald ist ideal um Stille zu erleben, zu lauschen und sich für feinste innere und äußere Vorgänge zu sensibilisieren.

Die natürliche Umgebung wirkt ganzheitlich durch das Erleben des Eingebundenseins in die Natur und das Erleben dnneer wechselseitigen Abhängigkeiten. Natur wird unmittelbar erlebt und begriffen, der behutsame Umgang mit jeder Art von Leben wird erfahren und gelernt. Der Kreislauf der Natur wird direkt wahrgenommen und erlebt.

Unmittelbares Erleben, eigene Erfahrungen mit allen Sinnen anstelle von "Projektionen aus zweiter Hand" geben Selbstwertgefühl und insbesondere emotionale Stabilität. Sia sind die besten Voraussetzungen, um später in der Gesellschaft konstruktiv und kreativ zu sein.

Im Waldkindergarten können die Kinder eher die Notwendigkeit von Regeln und Geboten erfahren, ihren Sinn erkennen und sie nachvollziehen, weil sie mit dem unmittelbaren Erleben verbunden sind. Regeln und Gebote können im Wald auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Ein Kindergarten ohne "Tür und Wände" hilft, dass sich Agressionen gar nicht erst aufstauen und zu einem Stresszustand führen, sondern sich auf angemessene Weise kreativ umwandeln. Die relativ kleine , überschaubare Gruppe bietet ideale Möglichkeiten, soziale Konflikte konstruktiv zu lösen.

Der Wald bietet einen Schonraum, von dem aus die nähere Umgebung anschaulich und lebensnah erfahren wird. Auf der BAsis von Geborgenheit und Sicherheit können die Kinder dann die weitere Umwelt entdecken und ihre Abenteuerlust ausleben. Dabei werden Intuition und Phantasie besonders durch die Vielfalt der Natur des Waldes angesprochen und kreative Kräfte geweckt, die zudem durch besondere Handlungsangebote unterstützt werden. Das tägliche Erleben des Waldes in dieser Art und Weise ist für Kinder ein wirkliches Abenteuer.

 

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